Hintergrundinformationen zum Film

Der Film blieb zu Saupers Entsetzen für diejenigen, die sich für den Film interviewen ließen, nicht ohne Auswirkungen. Die tansanische Regierung sieht in dem Film eine grobe Beleidigung des Landes. Außerdem sei die Nachfrage nach Nilbarsch weltweit eingebrochen. Per Parlamentsbeschluss wurden die Interviewpartner nach Ausstrahlung des Films zu Staatsfeinden erklärt. Der Journalist Richard Mgamba, der über Tansanias Verwicklung in Waffengeschäfte sprach, soll abgeschoben werden, anderen Mitwirkenden droht jetzt eine Gefängnisstrafe.

Aber nicht nur die tansanische Regierung kritisierte Saupers Film. Auch der französische Historiker François Garçons verurteilte den Film scharf und warf dem Regisseur „Afro-Pessimismus“ vor. Für ihn stelle der Film keinen Dokumentarfilm dar, sondern einen „inszenierten Spielfilm“.

 

Hubert Sauper nutzte filmische und argumentative Mittel, um seine Thesen um den Nilbarsch zu untermauern, die einer Prüfung nicht standhielten. So sei der unterstellte Waffenhandel an keiner Stelle bewiesen, sondern nur vermutet worden. Auch die Klebstoff schnüffelnden Kinder, die sich um einen Topf Reis stritten, seien dafür von dem Filmemacher bezahlt worden, so Garçons. Weiterhin sollen 74% des gefangenen Nilbarsches im Land bleiben, rund 40% davon sollen vor Ort konsumiert werden. Zudem werde im Film nicht erwähnt, wie hoch das Einkommen der im Film gezeigten Fischverarbeiter und Fischer sei. Saupers Darstellung der Stadt Mwanza bei Nacht führe dazu, dass diese besonders heruntergekommen und dreckig aussähe, was nicht den Tatsachen entspräche. Außerdem werde die Meinung einiger Wissenschaftler nicht erwähnt, die bestreiten, dass ausschließlich der Nilbarsch am Verschwinden der anderen Buntbarscharten im See verantwortlich sein solle. Nach deren Meinung liege ein Grund dafür auch in dem erhöhten Nährstoffeintrag in den See. Auch die genaue Zahl der noch im See lebenden Arten sei umstritten. Nach dreijährigem Rechtsstreit wurde Garçons von einem Pariser Gericht in letzter Instanz wegen Verleumdung verurteilt. Ein von der französischen Zeitung „Le Monde“ zum Viktoriasee geschickter Journalist, der der Sache auf den Grund gehen sollte, konnte weder dem einen, noch dem anderen zustimmen. Viele der vorgebrachten Kritikpunkte lassen sich nicht beweisen.