Hintergrundinformationen

Der Viktoriasee ist mit einer Oberfläche von 68.894 km² (ungefähr so groß wie Bayern) der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee auf der Erde. Trotz seiner Größe, ist der See aber relativ flach. Die tiefsten Stellen sind ca. 84 m tief, die Durchschnittstiefe beträgt 40 m. Er liegt in Ostafrika und gehört zu den Ländern Tansania, Uganda und Kenia. Der überwiegende Teil der Bevölkerung an seinen Ufern lebt direkt oder indirekt vom Fischfang und in zumeist ärmlichen Verhältnissen. Insgesamt leben im Einzugsgebiet des Sees 35 Millionen Menschen, das ist ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Anrainerstaaten. Das Pro-Kopf-Einkommen rund um den Viktoriasee wird auf US$ 250-350 pro Jahr geschätzt und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt. In Tansania liegt es bei ca. 530 US$, in Kenia bei 790 US$ und in Uganda bei ca. 500 US$ pro Einwohner im Jahr. In Deutschland lag es 2008 bei ca. US$ 40.865.

 
 

Die äußeren Bedingungen begünstigten die Entwicklung einer unglaublichen Artenvielfalt. Der Viktoriasee ist erdgeschichtlich ein sehr junger See. Vor ca. 15.000 Jahren ist er das letzte Mal vollkommen ausgetrocknet. Da einige Gene von untersuchten Buntbarschen allerdings älter sind, nimmt man an, dass sie die Austrocknung in einem anderen Lebensraum, vielleicht einem benachbarten See, überlebt haben. Trotzdem hat sich in dieser evolutionsmäßig sehr kurzen Zeitspanne die biologische Vielfalt in dem See nahezu explosionsartig entwickelt. Bekannt sind die dominierenden Buntbarscharten (Cichliden). Bei keinem anderen Wirbeltier entwickeln sich Arten so schnell wie bei diesen farbenfrohen Fischen. Insgesamt gab es ca. 550 verschiedene Fischarten bevor der Viktoriabarsch in den See eingesetzt wurde. 1970 schätzte man die Zahl der Buntbarscharten auf etwa 500, bis 1995 wurden ca. 400 Buntbarscharten erfasst. Im Vergleich dazu sind auf den Galapagos-Inseln innerhalb von 8 Millionen Jahren nur etwa 14 Darwinfinken-Arten entstanden. Die Vielfältigkeit der Buntbarsche ermöglichte es ihnen, alle möglichen ökologischen Nischen im See auszunutzen. So gab es Barscharten, die sich vom abgesunkenen Abfall am Grund des Sees ernährten, es gab Algenfresser, Zooplanktonfresser und Barsche, deren Ernährung aus Schnecken, Insekten, Fischschuppen, Garnelen, Fisch oder Fischbrut bestand. Entsprechend ihrer Ernährung lebten sie am Seegrund, in den oberen, mittleren oder unteren Wasserschichten, am Seeufer oder im Freiwasserbereich.

 

Als 1954 der Nilbarsch (Lates niloticus) oder Viktoriabarsch, wie er in Europa und den USA als Speisefisch angeboten wird, im Zuge eines wissenschaftlichen Experiments im See ausgesetzt wurde, wirkte sich das verheerend auf die Vielfalt im See aus. Ein Beamter der kenianischen Fischereibehörde setzte diesen hier nicht heimischen Fisch aus. Dies geschah nicht in der Absicht, das Ökosystem des Viktoriasees zu zerstören, sondern man wollte die heimische Wirtschaft aufbessern. Der neue Fisch hatte einige Vorzüge gegenüber den heimischen Barscharten: er war schmackhafter, brachte mehr Gewicht auf die Waage (bis zu 200kg) und konnte so die Versorgung der Bevölkerung sicher stellen.

Während schon damals viele Ökologen und Forscher auf die Gefahren hinwiesen, allen voran der britische Zoologe Geoffrey Fryer, war die heimische Bevölkerung von der Aussicht auf Fischreichtum begeistert. Zwischen 1954 und 1962 wurden an verschiedenen Stellen rund um den See Nilbarsche ausgesetzt. Heute werden pro Jahr mehr als 200.000 Tonnen in über 30 Fischfabriken verarbeitet und per Flugzeug in alle Welt, besonders aber nach Europa geflogen. Diese Fischfabriken gehören zum größten Teil nicht-afrikanischen Konzernen oder werden von ihnen mitfinanziert. So wurden zwar Arbeitsplätze rund um den See geschaffen, aber der zu Filet verarbeitete Fisch wurde für die heimische Bevölkerung zu teuer und wird daher ausschließlich nach Europa exportiert. Für die Menschen, die am Viktoriasee leben, bleiben nur die Reste, die bei der Verarbeitung abfallen, das heißt die zurückgelassenen Gräten und Fischköpfe.

Nach dem Aussatz der Nilbarsche nahm eine ökologische Katastrophe ihren Lauf. Da dieser Fisch keine natürlichen Feinde hatte und von dem reichen Nahrungsangebot an Buntbarschen profitieren konnte, vermehrte er sich stark. Innerhalb kurzer Zeit nahm die Anzahl der heimischen Barscharten schlagartig ab. Besonders stark waren diejenigen betroffen, die nur eng begrenzte Bereiche des Sees bewohnten. Aufgrund der räumlichen Begrenzung ihres Lebensraums waren sie in besonderem Maße vom Aussterben bedroht. Zuerst traf es die im freien Wasser lebenden Barscharten, die Fisch-, Insekten- und Schneckenfresser. Die Zooplanktonfresser konnten sich am längsten behaupten. 93 % der im freien Wasser lebenden Arten sind mittlerweile verschwunden. An seichten Stellen sind 70 % von ihnen nicht mehr vorhanden, da dorthin weniger Nilbarsche kamen. Auch konnten sich die Buntbarsche dort am besten vor dem räuberischen Verwandten verstecken. Trotz ihrer schnellen Evolutionsrate war der Selektionsdruck zu groß, um innerhalb dieser wenigen Jahre eine evolutionäre Anpassung an die neue Situation im See zu erreichen.

 

Das Aussterben der Buntbarsche hatte weitere gravierende Folgen für den See. Das Fehlen der algenfressenden Arten führte zu einem starken Anstieg des Algenwachstums. Diese sanken als organischer Abfall auf den Seegrund und lagerten sich dort an. Weniger Sauerstoff gelangte in die tieferen Schichten und ein sauerstoffarmes Milieu bildete sich. Andere Barscharten mussten auf Grund des Sauerstoffmangels in höhere Schichten ausweichen und wurden dort zu Beutetieren des Nilbarsches. Mittlerweile ist dieser Prozess so weit fortgeschritten, dass in einer Wassertiefe von 30 m kein Fisch mehr leben kann.

Mitte der 1980er Jahre bestand die Biomasse im Viktoriasee zu 80 % aus Nilbarsch. Doch wie konnten diese sich ernähren, wenn bereits der größte Teil ihrer Nahrung von ihnen aufgefressen worden war? Der Nilbarsch hatte u.a. auch die garnelenfressenden Buntbarsche eliminiert. Das hatte zur Folge, dass sich die Garnelen nun massenhaft ausbreiten konnten, da ihr Fressfeind kaum noch existierte und sie den organischen Abfall am Seegrund als kaum versiegende Nahrungsquelle zur Verfügung stehen hatten. Nahrungskonkurrenten gab es kaum noch. Diese neue Nahrungsquelle wurde von den Nilbarschen bald entdeckt. Die Garnele ist inzwischen die wichtigste Beute der Raubfische.

 

Ein weiterer ausgesetzter Neuling veränderte das Ökosystem des Viktoriasees: die Niltilapie (Oreochromis niloticus), ein Süßwasserfisch, den es auch bei uns an der Fischtheke zu kaufen gibt. Sie wurde, genau wie der Nilbarsch, in den 1950er Jahren ausgesetzt und verdrängte die heimischen Tilapienarten.

Durch den Aussatz der beiden fremden Fischarten und ihrer explosionsartigen Vermehrung waren die ursprünglichen Nahrungsbeziehungen und damit das gesamte Ökosystem verändert worden. Statt der Vielfältigkeit der ehemals heimischen Buntbarsche und der damit zusammenhängenden vielfältigen Nahrungsbeziehungen, reduzierten sich die Nahrungs¬ketten auf ein Minimum. Spielten vorher noch Insekten, Weichtiere (Mollusken) und andere Fischarten eine Rolle, beschränkte sich das neue Nahrungsnetz lediglich auf sehr wenige Arten.

Nennen Sie mögliche Nahrungsbeziehungen, die sich nach dem Einsetzen des Nilbarsches etabliert haben. Welche ökologischen Nischen wurden neu besetzt? (Siehe Dokument „Aufgaben und Lösungen“)

 

Da die Nahrungsressourcen durch den rasanten Anstieg der Individuenzahlen immer knapper werden, fressen sich die Nilbarsche mittlerweile sogar gegenseitig. Dies spiegelt sich auch in den Fangquoten wider. Stiegen sie anfänglich deutlich an, sind die Fangmengen mittlerweile deutlich rückläufig. Experten schätzen, dass das Ökosystem des Viktoriasees in ca. 10 Jahren völlig zusammengebrochen sein wird.

Darüber hinaus setzt ein weiteres künstlich eingeschlepptes Problem dem Viktoriasee zu: die Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes). Ursprünglich kommt diese Wasserpflanze aus Südamerika und wurde als Zierpflanze für Gartenteiche importiert. Als Neozoon ohne natürliche Fressfeinde breitete sie sich rasant im See aus – mit weitreichenden Folgen. 1995 bedeckten Wasserhyazinthen 90% des ugandischen Ufers. In den Wasserhyazinthenfeldern konnten sich Moskitos und Schnecken nahezu ungehemmt fortpflanzen. Beide Arten übertragen Krankheiten: Malaria wird von Moskitos übertragen, die Wurmkrankheit Bilharziose von Schnecken.

Mit ihrem rasanten Wachstum verdrängt die Wasserhyazinthe heimische Wasserpflanzen und die von ihnen lebenden Tiere. Sie entzieht dem Wasser Sauerstoff, so dass der Säuregehalt des Wassers steigt. Außerdem lässt ihr dichtes Blätterwerk kein Licht durch, was wiederum den Lebensraum anderer Fischarten einschränkt.

 

Die negativen Auswirkungen des Aussatzes des Nilbarschs für das Ökosystem des Viktoriasees haben auch an Land dramatische Folgen und sorgen für eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse der Menschen. Man kann sie in ökologische und sozioökonomische Folgen unterscheiden. Beide sind eng miteinander verbunden.

Der neue Fisch im See und die damit verbundenen wirtschaftlichen Erwartungen lockten viele Menschen an. Innerhalb der letzten Jahre wuchsen die Städte an den Ufern rasant an. Betrug die durchschnittliche Bevölkerungsdichte am See um 1960 in Tansania weniger als 25 Personen pro km², so werden es rund um den See im Jahre 2015 durchschnittlich mehr als 100 Personen pro km² sein. Das hat vielfältige Auswirkungen auf die Umwelt.

Diskutieren Sie mögliche negative Folgen, die der Nilbarsch auch an Land verursacht. Nehmen Sie dazu auch Bezug zu dem Film.

 

Wasserverschmutzung

Das Seewasser wird von den Menschen in vielerlei Hinsicht genutzt. Es versorgt die Haushalte, die Industrie und die Landwirtschaft rund um den See, gleichzeitig wird der Abfall aus diesen Bereichen in den See entsorgt. Außerdem dient es dem Fischfang, dem Transport, als Baumaterial und zur Energieerzeugung. Da das Gebiet sehr fruchtbar ist, wird es intensiv für den Anbau von Kaffee, Tee, Baumwolle und Zuckerrohr genutzt. Ca. 3 Mio. Menschen leben direkt oder indirekt vom Fischfang. Der durchschnittliche Jahresfang beträgt ca. 200.000 Tonnen Fisch. Besonders Kenia ist vom Viktoriasee abhängig. 50 % der Wasserressourcen des Landes stammen aus dem See, dessen Ufer dort besonders dicht besiedelt sind.

Die Bevölkerungsdichte führt dazu, dass vermehrt Abwässer in den See geleitet werden. Über Regenwassergräben und Bäche gelangt verunreinigtes Wasser aus den Latrinen und Waschwasser in ihn hinein. So ist auch die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser gefährdet.

Die Weltgesundheitsorganisation gibt an, dass in den drei Staaten Kenia, Tansania und Uganda 17 von 1.000 Kindern unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen wie Cholera sterben, auch das ist eine Folge des verschmutzen Wassers.

 

Doch nicht nur die Wasserqualität hat unter dem Bevölkerungswachstum gelitten. Anders als die heimischen Buntbarscharten weist das Fleisch des Nilbarsches einen hohen Omega-3-Fettsäure-Anteil auf. Für den Export ist das gut, doch kann er nicht, wie es vorher üblich war, in der Sonne getrocknet werden, sondern muss über Feuer getrocknet oder geräuchert werden. Die Folge sind Bodenerosion und kahle Flächen am Ufer infolge der Abholzung. Der See verschlammt zunehmend, das Wasser wird eingetrübt. Mittlerweile ist bereits der Lebensraum der Flusspferde am See zerstört. Aber nicht nur zum Trocknen des Fisches wird Holz geschlagen, auch zum Kochen, zur Ziegelherstellung und zum Töpfern wird Holz gebraucht.

 

Handlungsoptionen

Die vielfältigen Probleme des Viktoriasees sind bekannt. Viele Organisationen setzen sich aktiv für seine Rettung ein. So wurde er vom Global Nature Fund (GNF) zum „Bedrohten See des Jahres 2005“ ernannt, um auf die Umweltprobleme hinzuweisen. Zusammen mit der Organisation OSIENALA (Friends of Lake Victoria) setzt sie sich für Schutzgebiete ein, um der weiteren Zerstörung des Sees Einhalt zu gebieten. Außerdem fördern beide Organisationen den Erhalt der empfindlichen Ufervegetation und bieten Umweltbildungsmaßnahmen an.

Aber das alleine reicht nicht aus, um das Ökosystem zu stabilisieren. Mit weiteren Maßnahmen wird versucht, auf unterschiedlichste Art das Ökosystem Viktoriasee zu erhalten.

Buntbarsche

Viele Buntbarscharten des Viktoriasees sind bereits ausgestorben und damit unwiederbringlich verloren. Doch schon in den 1990er Jahren wurden gezielt einige Arten von Biologen weltweit an Zoos und Aquarien verteilt und dort weitergezüchtet. So kommt es, dass einige Buntbarscharten des Viktoriasees zwar nicht mehr in der freien Natur, wohl aber in Aquarien anzutreffen sind.

Wasserhyazinthe

Um der Plage der Wasserhyazinthen Herr zu werden, wurden zwei Methoden angewandt. Zum einen wurden große Hyazinthenteppiche mit Mähmaschinen entfernt, zum anderen setzte man Rüsselkäfer ein (Neochetina eichhorniae und N. bruchi), die sich ausschließlich von lebenden und abgestorbenen Wasserhyazinthen ernähren. Auch wenn der Einsatz von eingeführten Arten zur Bekämpfung anderer Arten Risiken birgt, scheint er in diesem Fall bislang keine weiteren Nebenwirkungen hervorgebracht zu haben. Im kenia¬nischen Teil des Viktoriasees konnten die von Wasserhyazinthen überwucherten Flächen mit Hilfe der Rüsselkäfer innerhalb von 5 Jahren von 20.000 auf ca. 2.000 ha verkleinert werden. Könnte man Wasserhyazinthen für den Menschen nutzen, würde auch das die Lage weiter entspannen.

Wasserqualität

Auch mit deutscher Hilfe durch die KfW Entwicklungsbank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) werden in den Großstädten Kampala, der Hauptstadt Ugandas (1,3 Mio. Einwohner), und Mwanza in Tansania (450.000 Einwohner) die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung finanziert und mit fachlicher Hilfe unterstützt. So soll die Siedlungshygiene nachhaltig verbessert werden. Besonders in der Millionenstadt Kampala ist die Lage kritisch. Dort haben nur ca. 18% der Bevölkerung Zugang zu Wassertoiletten mit Klärgruben. Die restlichen Einwohner nutzen Latrinen oder so genannte „flying toilets“, Plastiktüten, die nach dem Gebrauch weggeschmissen werden. Die Aufbereitung der Abwässer in Kläranlagen verringert die Verschmutzung des Sees und damit die Gesundheitsrisiken im Wohnumfeld erheblich.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass der Viktoriasee als Wirtschaftsraum für die Menschen erhalten bleibt. „Der Nilbarsch ist inzwischen fest etablierter Teil des Viktoriasee-Ökosystems. Man wird die Einführung einer nicht-heimischen Spezies vor 50 Jahren nicht rückgängig machen können", sagt Kai Wiegler, Fischerei-Fachmann bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. „Ziel sollte es daher sein, den Nilbarsch so sozial- und so umweltverträglich wie möglich zu nutzen."

Energieversorgung

Nur ca. 2% der am See lebenden ländlichen Bevölkerung ist an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen, das ohnehin oft überlastet zusammenbricht. Die meisten nutzen Kerosinlampen zur Beleuchtung oder zum nächtlichen Fischfang, mit negativen Folgen. Das Kerosin verschmutzt Wasser und Ufer. Es schädigt nachhaltig die Umwelt sowie die Gesundheit der Menschen. Die Kerosinleuchten rund um den See sollen nach Angaben des Global Nature Fund rund 50.000 Tonnen CO2 jährlich in die Atmosphäre abgeben, in ganz Afrika sollen es sogar 77 Milliarden Tonnen CO2 sein. Mehrere Unternehmen, darunter Siemens, Osram, Nokia oder SolarWord haben sich an einem Projekt beteiligt, dass die Lichtversorgung ohne Stromnetz zum Ziel hat. Dafür erhalten die Anwohner Akkus, die sie an Solarstationen, autarken Stromtankstellen, kostengünstig und umweltschonend wieder aufladen können.

Insgesamt leben auf der Erde geschätzte 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom. Durch solche Projekte könnte gerade in Entwicklungsländern vielen Menschen der Zugang zu Strom umweltschonender ermöglicht werden. In einem von OSRAM und der Solarworld AG initiierten Pilotprojekt in der Stadt Mbita mit 15.000 Einwohnern rechnet sich der Kauf von akkubetriebenen Osram-Energielampen für heimische Fischer bereits nach kurzer Zeit. Für das Kerosin zum Fischfang gaben die Fischer die Hälfte ihres Einkommens aus. Jetzt ist bereits nach vier Wochen die Lampe abbezahlt. Um die Lampen finanzieren zu können, werden den Bewohnern Mikrokredite, also Kleinstkredite, angeboten, die es ihnen ermöglichen, entsprechend ihres Einkommens die Raten abzuzahlen. Auch Photovoltaikanlagen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Seit den 1980er Jahren stieg der Absatz jährlich um 17%. Damit ist Kenia, gemessen an seiner Einwohnerzahl, hinter den Industrieländern der größte Markt für Solaranlagen.