Zu: Hintergrundinformationen

Nennen Sie mögliche Nahrungsbeziehungen, die sich nach dem Einsetzen des Nilbarsches etabliert haben. Welche ökologischen Nischen wurden neu besetzt?

Diskutieren Sie mögliche negative Folgen, die der Nilbarsch auch an Land verursacht. Nehmen Sie dazu auch Bezug zu dem Film.

 

Zu: Beispiele der Nachhaltigkeitsforschung aus der Praxis

Finden Sie im Internet Informationen über die ökologischen Probleme des Aralsees und die wirtschaftliche Situation der Anrainerstaaten.

Informieren Sie sich über das Guating-Wasserreservoir nordwestlich von Beijing.

 

Geografie

Nennen Sie die großen Flüsse, die den Viktoria-See speisen und die von ihm abfließen. Nehmen Sie dazu einen Atlas zur Hilfe.

Nennen Sie die größeren Städte am Viktoria-See.

Bestimmen Sie mit Hilfe des Atlasses die vorherrschenden Industrien und angebauten landwirtschaftlichen Produkte rund um den Viktoriasee. Welche ökologischen Auswirkungen haben diese Industrien auf den See?

 

Ökosystem Viktoriasee

In der Natur gibt es keine losgelösten Entwicklungen, sondern alles hängt miteinander zusammen und beeinflusst sich gegenseitig. So hat das Aussetzen eines Fisches gleich mehrere Folgen für ein Ökosystem.

Fertigen Sie eine Mindmap an, in der die ökologischen Auswirkungen des Nilbarsches deutlich gemacht werden. Die folgenden Stichworte können Ihnen dabei helfen:

Verschlammung des Sees, Holzverbrauch zum Fischtrocknen und Haushalt, Anstieg des Nährstoffgehalts im See, Rückgang der Artenvielfalt, Etablierung von Industriestandorten, Bevölkerungswachstum durch Zuzug, Algenwachstum, Bodenzerstörung/Erosion, Verschlechterung der Wasserqualität/Eutrophierung, weniger Fressfeinde für Pflanzen


So komplex wie die Beziehungen in und um den See sind, gestalten sich auch die Probleme, die daraus erwachsen.

Zählen Sie Probleme auf, die am Viktoriasee derzeit vorliegen. Denken Sie dabei nicht nur an die ökologischen Folgen, sondern auch an die sozioökonomischen und ggf. sogar politischen Probleme, die entstehen könnten.

 

Sozioökonomische Strukturen

Der Nilbarsch hat das Leben für die Bevölkerung am Viktoriasee nachhaltig beeinflusst. Einige hat der Fisch reich gemacht, andere konnten nicht von ihm profitieren.

Zählen Sie die im Film vorkommenden Bevölkerungsgruppen auf, die direkt oder indirekt mit der Fischindustrie zu tun haben.

Erläutern Sie die Einflussmöglichkeiten, die wir als Verbraucher in Deutschland auf die Entwicklung am Viktoriasee haben.

 

Aufgaben zum Film

Der französische Historiker François Garçons verurteilte den Film scharf und warf dem Regisseur „Afro-Pessimismus“ vor. Für ihn stelle der Film keinen Dokumentarfilm dar, sondern einen „inszenierten Spielfilm“.

Beschreiben Sie Szenen aus dem Film, die Garçons möglicherweise zu dieser Aussage brachten.

Diskutieren Sie die folgenden Zitate, bevor Sie den Film gesehen haben und dann noch einmal, nachdem Sie den Film gesehen haben. Ändert sich Ihre Argumentation?

„Der Nilbarsch ist eine fremde Art, die aber nicht zum See gehört. In den 60er Jahren gab es viele Fische im See. Doch der Nilbarsch fraß sie alle auf. Aber wirtschaftlich ist es gut.“ (Fischfabrikant aus Mwanza)

„Wenn der Fisch nicht im Victoria-See wäre, weiß ich nicht, welche Art von Arbeit die Leute hier machen könnten. … Alle sind völlig vom Nilbarsch abhängig. Er hat vielen geholfen.“ (Fischfabrikbesitzer aus Mwanza)

„Als Pastor … wir raten (den Prostituierten) nicht zu Kondomen, denn Geschlechtsverkehr … oder homosexuell ist eine Sünde. Kondome sind auch gefährlich, denn es ist eine Sünde nach dem Gesetz Gottes.“ (Pfarrer)

„Armut ist ein Teufelskreis: Du bist arm geboren, also wird auch der Sohn oder dein Kind arm sein.“ (Mkono, Camp-Führer)

„Arm sein ist wie alt sein.“ (Aufschrift auf einer Hütte)

„Die meisten Frauen, die hierher kommen, sind Huren. Aber es ist nicht ihre Schuld. Sie sind dazu gezwungen. Die Situation zwingt sie.“ (Mkono)

„Gott hat leider die Welt geschaffen und begrenzte natürliche Ressourcen bereitgestellt. Die Menschen raufen sich um diese Ressourcen. Früher gab es Streit um das Land in Afrika. Jetzt geht es um die natürlichen Ressourcen der Erde. Wer soll bekommen, wer nicht?“ (Mkono)

„Das ist „Das Gesetz des Dschungels“. Starke Tiere haben eine Chance zu überleben. Wenn wir sagen „die Stärkeren“ betrachten wir vielleicht die Europäer als stärker als der Rest. Denn sie sind die Leute, die den Internationalen Währungsfonds haben. Sie besitzen die Weltbank und den Welthandel.“ (Mkono)

„Ein einziger Mann brachte den Fisch eines Nachmittags und setzte ihn aus. Ein Mann mit einem Eimer, eines nachmittags – und das war’s.“ (Umweltaktivist im Film)

„Die Regierung sendet eine Botschaft an die Leute: Dass wir einen See haben, den wir schätzen sollten. Wir haben Fisch und Fisch bedeutet Arbeit, Geld, Essen. … Die normalen Leute aus der Stadt essen den Fisch nicht, weil er zu teuer ist.“ (Maiseli, Qualitätsprüfer aus Fischfabrik)

„Ich glaube, die EU hat großartige Arbeit geleistet. Die Infrastruktur ist jetzt in gutem Zustand.“ (Vertreter der EU in Mwanza)

„Afrika bringt Leben nach Europa. Es ist eine Quelle des Lebens wie Nahrungsmittel und junge Leute, Schwarze.“ (russischer Pilot)

„Die Kinder von Angola bekamen Waffen zu Weihnachten, die europäischen Kinder bekamen Trauben. Das ist das Geschäft.“ (russischer Pilot)

 

Hubert Sauper sagt zu seinem Film und zu der Kritik, der Film entspräche nicht der Realität am Viktoriasee: Sein Film habe nicht den Anspruch oder das Ziel, Afrika so darzustellen, wie es sei, denn Kino könne „nie die Realität zeigen, sondern sei immer nur die Konzentration einer bestimmten Realität.“

Nehmen Sie zu dieser Aussage Stellung und beziehen Sie sich dabei auch auf Szenen in dem Film. 

Nennen Sie Gründe, warum der Regisseur zu dieser Darstellung greift.

Beschreiben Sie die oben abgebildeten Filmausschnitte und erläutern Sie, warum Sauper die Stadt Mwanza so oft nachts zeigt.

Beschreiben Sie die Wirkung, die diese Filmausschnitte auf den Betrachter haben.